Regen, morgen — Ein Brief an Zuhause

Meine Abifahrt ging, wie tausende andere auch, nach Calella, an die spanische Küste. Und eines Morgens, ich wachte immer sehr früh auf, war ich ein wenig verwundert über meine Mitschüler. Für gewöhnlich versuchte ich auf der Abifahrt, um sieben Uhr aufzustehen, um in Ruhe frühstücken zu können und Schwimmen zu gehen, bevor massenweise betrunkene Jugendliche die Pools eroberten. Dann war nämlich der Zeitpunkt gekommen, ans Meer umzuziehen, dort gingen nicht so viele schwimmen, wahrscheinlich sind da zu viele bereits angetrunken ertrunken oder so. Oder es war ihnen auch einfach zu kalt im Meer, zu weit zum Strand oder sie schafften den Weg nicht. Egal.

An einem dieser Tage war ich nach dem Aufwachen ein wenig verstimmt, ich hatte schlecht geschlafen, weil meine Nachbarn, mir sehr wohl einschlägig aus vielen Grund– und Leistungskursen bekannt, wilde Partys gefeiert hatten. Und sich gegen die Wände geworfen hatten, oder etwas anderes, denn so hat es sich angehört. Und außerdem standen sie irgendwann um sechs auf dem Balkon und brüllten in die Nacht: „Elite, wir sind die Elite“ und sowas. Man sollte anfügen, dass das genau die Kandidaten waren, die vorher fast nicht zum Abitur zugelassen worden sind, da sie zu viele Hürden gerissen hatten, oder das Abitur nur mit Hängen und Würgen bestanden haben. Aber Elite, na gut. Ich werde mal in zwanzig Jahren nachschauen, ob sie tatsächlich zur Elite geworden sind, denn bisher waren sie alleine aufgrund ihrer geistigen Kapazität nicht besonders Ernst zu nehmen. Aber nach dem jahrelangen Konsum von Grünzeug braucht man sich darüber ja auch nicht wundern, ne?

Ich habe dann, um mich zu beruhigen, und weil mir gerade danach war, einen Text geschrieben, an jemanden. Tut nichts zur Sache. Jedenfalls für euch zur Abwechslung mal was anderes außer Jason-und-Vera-Chaos und Gedichte-Gefühlschaos.

Mit dem Dunst ist übrigens richtiger Dunst gemeint, also sowas wie Nebel, und nicht (!) Rauchwolken, gell? Und der ganze zusammengekarrte Dreck ist rein geistiger Natur, alles klar? Dann viel Spaß beim Lesen…

Hab ich noch Musik für euch? Klar, zur besseren Untermalung hab ich natürlich Musik für euch: Morning Breaks — Craig Armstrong aus Romeo & Juliet. Eine schönere Aufnahme davon ohne Juliets Sätze am Schluss habe ich leider nicht gefunden. Wer mag, kann sich ja auch den Originalscore anhören: Morning Breaks Romeo & Juliet Soundtrack

Und nun hier der Text: Regen, Morgen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit einem Sternchen markiert *




Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <blockquote cite=""> <cite> <code> <em> <q cite=""> <strike> <strong>